Hundehalter - Netiquette

Immer wieder kommt es bei Hundebegegnungen zu unschönen Vorfällen. Andere Hundehalter, oder Menschen ohne Hund, werden gestört oder verletzt - nur weil sich viele Hundehalter aus Unwissenheit oder Ignoranz falsch verhalten. Dies soll ein freundlicher Appell an alle Hundehalter sein, die folgenden ungeschriebenen Regeln zu beachten - für ein besseres und entspannteres Miteinander. 


Ungefragt kein Hundekontakt

Nicht jeder Hundebesitzer möchte seinen Hund Kontakt zu anderen Hunden erlauben. Das kann aus reiner Präferenz sein, oder andere Gründe haben. Daher sollte der eigene Hund niemals zu einem anderen Hund Kontakt haben, ohne dass der andere Hundehalter vorher gefragt wurde. Erstbegegnungen an der Leine sind grundsätzlich nicht ratsam, da Hunde an der Leine eine andere Dynamik haben als ohne Leine. Wir empfehlen daher Erstkontakt nur in einem abgesperrten Gebiet unter Aufsicht. 


Ungefragt kein Menschenkontakt

Dasselbe gilt natürlich auch für alle Menschen ohne Hund, denen wir begegnen. Manche Menschen möchten einfach keinen Kontakt zu Hunde oder haben sogar Angst vor ihnen - das müssen wir respektieren und ist kein Zeichen dafür, dass jemand ein Feind von Hunden ist.  Vor allem Menschen, die Angst vor Hunden haben, sollten wir eine Begegnung mit Hunde so angenehm wie möglich machen, damit sie die Chance haben ihre Angst zu überwinden. Es ist daher ein Zeichen der Höflichkeit, wenn Hundehalter zuerst fragen ob der Hund jemanden nahe kommen darf oder nicht. 


Anleinen bei Leinenhunden

Hunde sollten nur frei laufen wenn sie abrufbar sind. Das gehört zum Ein-Mal-Eins des Hundehalter. Jeder Hundebesitzer möchte dem Bewegungsdrang seines Hundes nachkommen - aber nicht auf Kosten anderer. Im Zweifel sollte der Hund immer angeleint sein, um die Sicherheit des eigenen Hundes und die Sicherheit aller Anderen zu gewähren. Die Abrufbarkeit des Hundes ist die mit Abstand wichtigste Übung die der Hund lernen kann und sollte oberste Priorität haben. Egal ob ein Hund ein Reh entdeckt, einen anderen Hund sieht, ein Auto entgegen kommt, ein lautes, unerwartetes Geräusch hörbar ist, etc - der Hund sollte in all diesen Fällen abrufbar sein. Nur dann sollte er frei laufen dürfen.


Langsam Kontakt aufnehmen

Lasst euren Hund bei Kontaktaufnahme zu anderen Hunden nicht stürmisch und schnell auf den anderen Hund zu rennen. Das kann leicht zu Missverständnissen führen. Wenn dein Hund eher zu der stürmischen Sorte gehört, verringere die Distanz, damit dein Hund nicht los stürmen kann.


Keine Beute im Hundekontakt

Spielt dein Hund mit anderen Hunden, so verzichte auf Bälle, Futter, Stöckchen und alles was eine Beute darstellen könnte. Häufig kann es zu Verteidigung von Ressourcen kommen. Das gilt natürlich nicht, wenn sich die Hunde bereits gut kennen und du das Verhalten der beiden gut einschätzen kannst.


Kot aufsammeln

Wer sich einen Hund anschafft, hat zu jedem Zeitpunkt das Geschäft seines Hundes wegzuräumen. Viele Leute mögen Hunde nicht, weil Hundebesitzer die Häufchen liegen lassen - das ist nicht ok und ist auch gesetzeswidrig. Wir alle haben die Verantwortung für das Image des Hundehalters.


Fremde Hunde ungefragt Füttern ist ein No-Go

Fremde Hunde sollten niemals ungefragt gefüttert werden. Futter ist eine Art den Hund zu bestätigen. Oftmals werden Hunde zu einem Zeitpunkt gefüttert, in dem er nicht bestätigt werden sollte (hochspringen, anbellen, übermütig sein, etc). Außerdem gibt es auch bei Hunde Allergien - ungefragt füttern kann sogar zum Tod des Hundes führen. 


Niemals fremde Hunde ungefragt streicheln

Viele Menschen können die Körpersprache des Hundes nicht richtig deuten, daher sollte der Hundebesitzer immer gefragt werden, ob der Hund angefasst werden darf, auch wenn der Hund von sich aus auf jemanden zu geht! Hunde ungefragt streicheln wird von Hundebesitzern nicht gern gesehen, nicht zwangsläufig aus dem Grund, dass der Hund evtl. Probleme mit fremden Menschen hat, sondern weil der Hund z.B. erst die Begegnung mit neuen Leuten lernen soll - ohne hochspringen und ohne übermütig zu sein. Nicht jeder Besitzer möchte, dass sein Hund von jedem angefasst wird, dem man bei einem Spaziergang begegnet.

 

Betreten von Privatgrundstücken

Genauso wie Menschen haben auch Hunde auf Privatgrundstücken nichts verloren - auch wenn das Privatgrundstück "nur" eine leere Wiese ist. Weder um neugierig herum zu schnuppern, noch um ihr Geschäft zu verrichten. Dazu zählen z.B. auch landwirtschaftliche Grundstücke. Lasst euren Hund nicht auf Felder herumlaufen, sondern sorgt dafür, dass er am Weg bleibt.